Tierschutzverein Mechernich e.V.

Den Tieren eine Stimme geben

Hier einige Infos über den Verein:

01Namenstafel

Nach einem Jahr Vorbereitung (Bürokratie, Mitgliedersuche, Sponsoren finden, Raum für die Ausgabe finden), hatten wir am 16.02.2018 unsere erste Ausgabe in der Bahnhofstraße 28, 54584 Jünkerath.

So hatten wir 3 Kunden mit 5 Tieren, bei unsere letzte Ausgabe am 11.01.2019 konnten wir bereits 53 Kunden mit 110 Tieren verzeichnen. Jeden Monat gehen ca. 850 kg Futter heraus. Unsere Kunden kommen u.a. aus Jünkerath - Gerolstein - Kall - Mechernich.

Um bei uns Futter zu bekommen, müssen die Kunden bei der Neuanmeldung ihre Bescheide (Hartz 4, Arbeitslosengeld, Rente u.a.), Personalausweis sowie die Hunde mitbringen (evtl. Hundepass oder Impfpass). Bei Katzen genügt ein Impfpass o.ä.

Wir unterstützen max. 3 Tiere pro Haushalt. Die Menge an Ausgabefutter richtet sich danach, ob die Kunden alle 2 Wochen oder 1 mal im Monat kommen möchten. Wir machen keine Vollverpflegung, d.h. bei 2 wöchige Ausgabe bekommen die Kunden für 10 Tage Futter, bei monatliche Ausgabe für 20 Tage.

Da alle Mitglieder ehrenamtlich arbeiten und der Verein sich nur durch Spenden finanziert, sind wir über jede Art von Spende dankbar. Obwohl wir Sponsoren und in Supermärkten Futterspendenboxen haben, müssen wir jeden Monat Futter dazu kaufen.

02Namenstafel.VorstandUm dies zu finanzieren werden immer wieder Veranstaltungen gemacht um Unterstützung und Spenden zu bekommen

diese müssen wir kurzfristig planen (ca. 2 Monaten vorher) und dann veröffentlichen.

- 02.03.2019: beim Karnevalsumzug in Jünkerath sind wir mit einer kleinen Gruppe und einem Handwagen dabei

- 14.04.2019: Osterfest in 54587 Birgel (Sportplatz) mit Speisen und Getränke, Tombola, Torwandschießen, Kinderschminken, Ponyreiten für Kinder, Hundevorführung durch das DRK Team, Tierphysiotherapie

- 12.05.2019: Frühlingsfest in Jünkerath. Wir stehen mit einem großen Zelt vor dem Autohaus Bohnen mit Trödelware, Getränken und Speisen

 

 

03Futter

Unterstützung für notleidende Besitzer: Luise und Hans-Dieter Budick haben den Tierteller Eifel gegründet

Eine Tafel für Hund und Katz’

Wenn das Geld nicht reicht, dann sollen nicht die Tiere leiden, haben sich (v.l.) Luise und Hans-Dieter Budick gesagt und unterstützen im Tierteller Eifel in Jünkerath bedürftige Tierhalter. (Stephan Everling)

Neben Tierfutter gibt es beim Teller auch Zubehör. (Stephan Everling)

VON STEPHAN EVERLING

Eifel/Jünkerath. Es ist kalt in dem kleinen, weißgekälkten Raum. An den Wänden stapeln sich die Futtersäcke, regalweise warten Konservendosen darauf, ihren Weg in die Haushalte anzutreten. „Willkommen im Tierteller“, sagt Hans-Dieter Budick. Er lächelt und nimmt erfreut die kleine Spende entgegen, die der Besucher mitgebracht hat. In Jünkerath gibt es eine Einrichtung, um die so manche Großstadt die Eifel beneidet. Unweit des Bahnhofs hat sich seit mehreren Monaten der „Tierteller“ etabliert.

Es ist ein Verein, der nach dem Prinzip der Tafeln arbeitet. Jedoch werden hier Tierhalter mit Geldsorgen unterstützt, damit die Tiere nicht leiden müssen. Denn der Regelsatz von Hartz IV beispielsweise enthält keine Ausgaben für Katzen- oder Hundefutter – doch auch arme Menschen haben Tiere, die sie lieben und für die sie alles tun. Die Kunden kommen dabei längst nicht nur aus der rheinland-pfälzischen Eifel, sondern auch aus dem südlichen Kreis Euskirchen, aus Mechernich oder Schleiden beispielsweise, berichtet Budick.

Mit seiner Frau Luise hat er den Tierteller ins Leben gerufen. Beide sind zwar berufstätig, doch auf Unterstützung angewiesen. Bei einem Aufenthalt in Köln kamen sie zufällig bei der dortigen Tiertafel vorbei. „Da dachten wir: So etwas gibt es in der ganzen Eifel nicht, aber das sollte es geben“, erinnert er sich.

Ein Jahr Vorbereitung habe es gekostet, den Tierteller ins Leben zu rufen. Ein Raum musste gefunden werden und Leute, die einen Verein mitgründen. Eine Satzung musste geschrieben werden. Im März startete die Eifeler Tiertafel mit drei Kunden. Einer der Ersten war Ralf Birker. Sofort entschloss er sich zu helfen. Wie dringend so etwas wie eine Tiertafel benötigt wird, hatte er am eigenen Leibe erfahren. „Ich lebe von der Grundsicherung“, teilt er offen mit. Zwei Katzen wohnen bei ihm. Vor allem, wenn ein Tierarztbesuch ansteht, werde es schwierig. Trotzdem sollen seine Tiere nicht zu kurz kommen. „Ich kriege das organisiert“, sagt er fast schon trotzig. Lieber esse er eine Scheibe Brot weniger, als den Tieren die notwendige medizinische Versorgung zu versagen.

Im letzten Jahr, da sei es schlimm gewesen. Da sei eine seiner Katzen von einem Auto angefahren worden. Doch es sei ihm gelungen, die Behandlungskosten beim Tierarzt zu bezahlen. „Hauptsache, die Tiere sind gut versorgt“, betont er. 52 Kunden kommen derzeit an den zwei Freitagen im Monat, an denen der Tierteller offen hat. Mehr als drei Tiere pro Haushalt werden nicht unterstützt, betonen die Organisatoren. Auch das Füttern von Straßenkatzen können sie nicht fördern. „Wir müssen auch so schon jeden Monat zukaufen“, so Budick. Im Durchschnitt gehen 830 Kilo Futter im Monat über die Theke. Wer hier Tierfutter erhalten will, muss seine Bedürftigkeit nachweisen – beispielsweise über einen Rentenbescheid oder eine Bescheinigung vom Amt. Einen Euro zahlen die Kunden bei jeder Futterausgabe. Öffentliche Unterstützung erhalten sie für ihre Arbeit nicht, berichten die drei. Das Futter kann durch Spenden von Tierfutter-Herstellern und -Händlern, aber auch durch Geld von Privatleuten gekauft werden. Neben Futter gibt es zuweilen Unterstützung in Form von Leinen oder Geschirren.

Die Gerolsteiner Bürgermeister-Kandidaten seien vor der Wahl beim Tierteller gewesen, erzählt Luise Budick – doch seitdem hätten die sich auch nicht mehr sehen lassen.

Einen Tierschutzverein gibt es in der näheren Umgebung nicht, die nächsten befinden sich in Kall und Mechernich. Mit dem Tierheim Mechernich ist mittlerweile eine Kooperation vereinbart. Sollte dort überschüssiges Futter sein, so profitiert davon der Tierteller Eifel. Dazu wird ein gemeinsames Sommerfest geplant. Außerdem laufen Gespräche über eine Dependance der Tiertafel, die in Mechernich eröffnet werden könnte.

Einige lokale Geschäfte unterstützen den kleinen Hilfsverein und stellen Gitterboxen auf, in die Kunden Spenden geben können. Doch einfach ist es nicht für die engagierten Einzelkämpfer, die mit wenig Möglichkeiten viel erreichen. „Das Lager platzt bald aus allen Nähten, eigentlich brauchen wir auch einen größeren Raum“, stellt Budick fest und sieht sich in dem knapp 40 Quadratmeter großen Raum um.

„Wir bekommen viel von unseren Kunden zurück“, sagt Ralf Birker. Wenn der Tag der Futterausgabe kommt, dann ist viel los im Tierteller. Eine familiäre Atmosphäre herrsche dann. Doch manche würden sich schämen, Hilfe anzunehmen. So berichtet Budick von einer Frau, die drei Monate lang regelmäßig an der Bushaltestelle stand, weil sie zu scheu war, in die Tafel zu kommen. Deshalb kämen auch wenige Leute aus Jünkerath selbst, damit die Nachbarn sie nicht sehen. „Wir haben nur vier Kunden aus dem Ort“, sagt Budick. „Ich hatte diese Scham nicht“, erwidert Birker selbstbewusst.

Zu Weihnachten haben die Helfer des Tiertellers extra Weihnachtstüten gepackt. Auch Katzenstreu, Hundekuchen, Trockenfutter und Diätfutter findet sich in den Regalen. Denn einige Kunden hätten kranke Katzen. „Und wenn das nicht reicht, dann kaufen wir auch nach“, so Budick.

DATEN UND FAKTEN ZUM TIERTELLER

Seit 2006 haben sich die ersten Tiertafeln gegründet, um Tieren, deren Besitzer die Haltung nicht mehr finanzieren können, das Schicksal einer Abgabe zu ersparen.

Da die Einrichtungen in der Regel von Ehrenamtlern lokal organisiert werden und bisher eine Dachorganisation fehlt, ist ein Überblick darüber, wie viele es bundesweit gibt, schwierig. Im Internet sind auf der Seite „zottelundco.de“ 60 verschiedene Adressen aufgelistet, ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Aktualität zu erheben. Schon der Jünkerather Tierteller ist in dieser Auflistung nicht verzeichnet.

Die Ausgabestelle befindet sich in Jünkerath, Bahnhofstraße 28. Für die Annahme von Tierfutter-Spenden ist sie jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Die Futterausgabe und Neuanmeldung findet jeden zweiten und vierten Freitag von 13 bis 16 Uhr statt.

Um in den Genuss von Unterstützung zu kommen, sind mehrere Voraussetzungen notwendig. So muss die Bedürftigkeit über einen ALG-II-, einen Rentenbescheid oder eine ähnliche Bescheinigung über den Leistungsbezug nachgewiesen werden. Auch muss nachgewiesen sein, dass die Tiere tatsächlich existieren.

Erreichbar ist der Tierteller Eifel telefonisch unter 01 62/ 6 00 87 36 oder online. (sev)

www.tiertellereifel.jimdo.com

Hans-Dieter Budick

über die Idee zur Tiertafel

An dieser Stelle entstehen in Kürze Beiträge und Informationen zur Tiertafel.