Tierschutzverein Mechernich e.V.

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liegender Luchsliegender Luchs

Über Jahrhunderte wurde der Luchs gejagt und fast ausgerottet. Und obwohl er mittlerweile streng geschützt ist, erholen sich die Bestände kaum merklich. Woran das liegt, erfahren Sie hier …

Die größte Raubkatze Europas wurde über lange Zeit hinweg gnadenlos verfolgt und wäre beinahe komplett vom Antlitz der Erde verschwunden. Mittlerweile gibt es in ganz Europa trotz Schutzmaßnahmen nur noch circa 9.000 Luchse und in Deutschland sind sie weiterhin vom Aussterben bedroht. Erfahren Sie hier mehr über die versteckt lebenden Waldbewohner und ihre Lebensweise.

Aussehen & Merkmale

In Deutschland leben laut einer aktuellen Erhebung (Stand: Februar 2021) des Bundesamtes für Naturschutz rund 125 bis 135 ausgewachsene Luchse und 59 Jungtiere. Etwa die Hälfte davon besiedelt den Oberpfälzer und Bayrischen Wald.

Individuell geflecktes FellIndividuell geflecktes Fell

Fell
Das Fell ist individuell gefleckte Fell und macht den Luchs im dichten Wald fast unsichtbar. Im Sommer ist es rötlich bis gelbbraun, im Winter hingegen graubraun und mit dichter Unterwolle und langen Grannenhaaren durchsetzt. Auch im Schnee ist der Luchs in der Lage Beute zu erlegen, was vor allem durch seine langen Beine und die breiten Pfoten ermöglicht wird. Seine bis zu fünf Zentimeter langen Haare an den Ohren haben ihm den Namen „Pinselohr“ eingebracht; ihr Zweck ist bisher nicht genau erforscht. Es wird vermutet, dass die Raubkatze unter anderem damit in der Lage ist, die Windrichtung zu bestimmen. 

Gehör- und Sehsinn
Mit seinem exzellenten Gehör kann der Luchs eine Maus in 50 Meter Entfernung hören. Hierbei besteht die Möglichkeit, dass das Gehör durch die Pinselhaare unterstützt wird und vermutlich auch der ausgeprägte Backenbart die Schallwellen verstärkt. Seine sehr hohe Seeschärfe und die extrem lichtempfindlichen Augen ermöglichen es dem Luchs nicht nur, dass er eine Maus auf 75 Meter Entfernung sehen, sondern diese auch bei Dämmerung und sogar in der Nacht jagen kann.


Lebensweise

Das Revier eines Luchses kann bis zu 450 Quadratkilometer umfassen, wobei Männchen größere Reviere haben als Weibchen. Die Großkatzen leben als Einzelgänger und sind vorwiegend nachtaktiv. Am Tag ziehen sie sich in ihre Verstecke zurück.

LuchsjungeLuchsjunge

Jagd & Beute
Der Luchs steht als Beutegreifer an der Spitze der Nahrungskette und hat Einfluss auf die Population seiner Beutetiere, vorausgesetzt, er ist in ausreichender Anzahl vorhanden. Er lauert seiner, in der Regel größeren, Beute auf und tötet sie mit einem Kehlbiss. In unseren Breitengraden stehen Rehe ganz oben auf dem Speiseplan des Luchses. Er erlegt aber auch andere Säugetiere und sogar Vögel.

Paarung & Nachwuchs
Die Paarungszeit – auch Ranz genannt – findet im Februar und März statt. Die Luchsin kann frühestens mit zwei Jahren das erste Mal trächtig werden. Nach einer Tragzeit von etwa zweieinhalb Monaten bringt sie zwei bis fünf Jungtiere auf die Welt, die fünf Monate lang gesäugt werden. Sie gehen jedoch schon nach wenigen Wochen mit ihrer Mutter auf Beutezüge und lernen von ihr alle Jagdtechniken. In der Regel überleben nur ein bis zwei Jungtiere bis zum nächsten Frühjahr und mit dem Beginn der nächsten Ranzzeit suchen sie sich ein eigenes Revier.

Bedrohungen

Luchs NahaufnahmeLuchs Nahaufnahme

Obwohl Luchse heutzutage streng geschützt sind, gilt immer noch der Mensch als maßgebliche Bedrohung für die Großkatzen. Und obwohl es per Gesetz verboten ist, werden Luchse weiterhin illegal mit Fallen, Gift oder Gewehrkugeln gejagt - hauptsächlich durch Landwirte und Schäfer, die um ihr Vieh fürchten. Auch die Zerstörung und Zerschneidung ihres Lebensraumes gefährden den Luchs enorm: unter anderem finden viele Individuen im Straßen- und Schienenverkehr den Tod. Darüber hinaus ist die hohe Sterblichkeit von Jungluchsen ein wesentlicher Grund für die weiterhin geringen Bestände in Mitteleuropa. Hinzu kommt, dass es dem Luchs schwerfällt, sich in neuen Regionen anzusiedeln und nur durch eine enge Zusammenarbeit von Tierschützern in ganz Europa, wird diese Tierart überhaupt eine Überlebenschance haben.


Bildquellen: pixabay.com






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