Tierschutzverein Mechernich e.V.

Den Tieren eine Stimme geben

Eichhörnchen an FutterstelleEichhörnchen an Futterstelle

Exakt beschnittene Sträucher, kein Laub auf dem Boden und ein perfekt getrimmter Rasen? Warum die Perfektion im Garten nicht erstrebenswert ist und wie sie unseren Wildtieren das Leben schwer macht, erfahren Sie hier …

Wenn im Vorgarten nur noch triste Steine zu finden sind, Mähroboter alle paar Tage einige Millimeter Rasen abschneiden und jeder Strauch penibel gestutzt ist? Dann haben es heimische Wildtiere wirklich schwer in unseren Gärten und Grünanlagen. Denn im Herbst bereiten sich Eichhörnchen, Igel, Vögel & Co. auf den Winter vor. Sie suchen einen geeigneten Unterschlupf, der vor Kälte schützt, fressen sich eine wärmende Fettschicht an und sammeln Vorräte für die kalte, entbehrungsreiche Jahreszeit. Um gut durch den Winter kommen zu können, benötigen sie ein wenig Unordnung im Garten.

Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Ihren Garten oder Balkon auch für tierische Mitbewohner winterfest machen und somit die Natur im Jahreskreislauf nicht nur hautnah erleben, sondern ihr auch helfen können.

Rückzugsorte schaffen

IgelhäuserIgelhäuser

Wenn die Blätter der Bäume im Herbst sich beginnen zu verfärben, bietet dies für uns Menschen meist ein prächtiges Farbenspiel. Von strahlendem Gelb über kräftiges Orange bis hin zu sattem Rot leuchten unsere Gärten, Parks und Wälder. So manch ein Hobbygärtner hat nun fast täglich viel zu tun, sobald die Blätter zu Boden fallen. Bergeweise wird das herabgefallene Laub von Laubsaugern und –bläsern entfernt oder von Hand zusammengerecht. Dabei bieten gerade diese Laubhaufen wunderbare Unterschlupfmöglichkeiten für Eidechsen oder Igel.

Wenn Sie also den ein oder anderen Haufen liegen lassen und am besten mit ein wenig Baumbeschnitt versehen, so findet mit Sicherheit so manches Wildtier eine sichere Bleibe für den Winter bei Ihnen im Garten. Totholz bietet außerdem gutes Material für den Nestbau verschiedenster Wildtiere und sollte nie vollständig entfernt werden.



Narungsquellen sichern

Verblühte Sonnenblume: ein LeckerbissenVerblühte Sonnenblume: ein LeckerbissenUnser Sinn für Perfektion und Ordnung macht den tierischen Gartenbewohnern das Leben wahrlich schwer. Wenn Sie im Herbst jedoch darauf verzichten, Hecken und Bäume zu früh zurückzuschneiden und verblühte Pflanzenkästen oder Kübel einfach noch ein wenig stehen lassen, helfen Sie der Natur sehr. Denn hängen gebliebene Beeren an Hecken und Sträuchern, herunter gefallene Nüsse und andere Wildfrüchte bieten überlebenswichtige Nahrungsquellen für den Winter. Das Füttern unsere heimischen Singvögel ist darüber hinaus unverzichtbar für den Artenschutz. Wenn sie witterungsbedingt nichts mehr zu fressen finden, sind sie auf uns Menschen angewiesen.

Unser Dachverband, der Deutsche Tierschutzbund, gibt hier wertvolle Tipps: artgerechte Fütterung von Vögeln



Viel Schaden - wenig Nutzen!
Mähroboter - lautlose Gefahr!Mähroboter - lautlose Gefahr!Laubsauger und –bläser machen nicht nur einen entsetzlichen Lärm, sie schaden unserer Natur enorm und belastet das Ökosystem. Die Geräte entfernen nicht nur Laub, sondern auch die darin lebenden Insekten, Würmer und andere Weichtiere, die eine wichtige Nahrungsquelle für Wildtiere darstellen. Auch kleine Säugetiere, beispielweise junge Igel oder Mäuse, können durch den Laubsauger eingesaugt und schwer verletzt oder gar grausam getötet werden. Wildtier- und Auffangstationen melden einen fatalen Anstieg an verletzten Igeln, die in Kontakt mit Mährobotern oder Motorsensen gekommen sind. Seit diese Geräte auch für kleines Geld in Discountern zu bekommen sind, halten sie in immer mehr Gärten Einzug und vor allem die Roboter stellen eine sehr hohe Gefahr dar. Sie erkennen nicht, ob ein Igel im Gras sitzt und rollen einfach über ihn hinweg. Unzählige Igel mit grässlichen Schnittverletzungen müssen Tierschützer im Herbst fast täglich aufnehmen und um deren Leben kämpfen. Daher verzichten Sie bitte auf den Kauf von Mährobotern und anderen Geräten, die unserer Natur und deren Bewohnern Schaden zufügen.

Auch chemische Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmittel machen unsere Gärten und Grünanlagen krank. Ein perfekter Rasen ist nicht im Sinne unserer Natur und viele „Schädlinge“ nutzen uns mehr, als wir wissen. So sind zum Beispiel Ameisen unabdingbar für eine gute Belüftung des Mutterbodens und sollten maximal im Haus oder auf der Terrasse mit sanften Mitteln bekämpft werden.

Gemeinsam in Harmonie

Wenn wir in unseren Gärten zusammen mit der Natur leben und nicht gegen sie, so haben wir dazu noch oft das Glück, Wildtiere aus nächster Nähe beobachten zu können. Igel, die in einer Ecke unter einem liegen gelassenen Laubhaufen überwintern, Eichhörnchen, welche dankbar die verbliebenen Nüsse aufsammeln oder Vögel, die nach den letzten Beeren in Sträuchern picken – für solche Beobachtungen bedarf es dann kein Fernseher. Das Ausstreuen von Wildblumen-Mischungen hilft Insekten wie Schmetterlingen oder Bienen bei der Nahrungssuche und auch Küchenkräuter, wie Thymian oder Salbei, schmecken nicht nur uns. Gerade Bienen sind durch ihre Bestäubung für die Artenvielfalt notwendig und sichern auch uns Menschen in Zukunft wichtige Nahrungsquellen.

Geben Sie der Natur eine Chance, für die gesicherte Zukunft von Tieren und Pflanzen, aber auch für Ihre eigene. Genießen Sie Ihren naturwilden Garten oder Balkon!

Bildquellen: pixabay.com






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